Der Vogelbau

Andreas Vogt, Ehrenunteroffizier der 2. Kompanie und Major der Bürener Bürgerschützen , erlaubte der 2. Kompanie einen Einblick in die Kunst des Schützenvogelbaus. Bereits seit 1966 wird in der Südmauer der stolze Adler unseres Schützenvereins gefertigt. Zunächst von Fritz Vogt und danach von seinem Sohn Andreas.
1. Schritt: Beschaffung der Werkstoffe
Der Korpus besteht aus einem Stück Fichtenholz (vormals auch schon einmal Pappel oder Lärche). In diesem Jahr (2012) übrigens aus dem Stamm des Weihnachtsbaums der noch bis Anfang Januar auf dem Marktplatz stand. Die Stammstücke sind etwa 1m lang.
Die Flügel werden aus Spanplatten zugeschnitten, die Insignien sind aus Buchenholz.
2. Schritt: Zuschneiden
Nach alten Schablonen werden die Werkstoffe mit einer Bandsäge zugeschnitten. Diese Säge ist bereits über 100 Jahre alt und wurde von Andreas Großvater selbst gebaut.
Als Schablone der Kreuze auf Krone und Apfel dient ein eisernes Kreuz aus dem Jahr 1813.
3. Schritt: Ziehen und Schleifen
Der Korpus muss mit einem Zugeisen in Form gebracht und glatt geschliffen werden.
Dabei ist darauf zu achten, dass der Kopf des Adlers stets zur Kirchturmspitze
der St. Nikolaus Pfarrkirche schaut.
4. Schritt: Zusammenbau
Durch Nageln und Leimen werden die einzelnen Teile verbunden.
Mit einem Handbohrer werden die Löcher für die Trägerstange und die Verschraubung an der Vogelstange eingebracht.
5. Anstrich
Malermeister Felix Witte nimmt die Bemalung vor. Ein Blumenkranz und eine Jahresplakette werden kurz vor dem Schützenfest angebracht.
Schnupperabend
Die Unteroffiziere einer Kompanie sollten ein repräsentativer Querschnitt einer Kompanie sein. Deshalb gibt es im Jahresverlauf außerhalb des Schützenfestes oft nicht viele Gelegenheiten sich zu treffen. Deshalb gab es, neben den offiziellen Unteroffiziersbesprechungen, von1997 bis 2000 einen abendlichen „Schnupperabend“ mit Partnerinnen in der Niedermühle und seit 2001 ein Familienbrunch zum Jahresbeginn.
2004
Sondereinsätze
Alle 6 Jahre kommen auf eine Kompanie besondere Aufgaben zu:
· Bewirtung bei der Generalversammlung
· Sondereinsätze beim Schützenfest:
- Kranz, Vogel und Schellebaum tragen
- Ausmarsch zum Vogelschießen
Die 2. Kompanie kam beim letztmaligen Sondereinsatz natürlich mit einem König aus den eigenen Reihen zurück in die Schützenhalle. Schützenkönig 2004/2005 wurde der Unteroffizier Kai Klima.
Liedgut
Tippelbrüder
Ob der Himmel blau - ob die Wolken hängen grau ,
ziehn wir durch die Welt - tippeln, wie es uns gefallt.
Wenn auch die Zeit so schnell vergeht - niemals kommen wir zu spät
Brüder lasst uns saufen die Welt ist so schön.
Ob die Sonn' uns scheint- ob es regnet oder schneit
gehen wir auf und ab - immer sind wir auf Trab.
Und wenn die Stunden schnell vergeh'n- immer ist das Trippeln schön
Brüder lasst uns wandern, das dürft nie vergehn.
Ob es stürmt und braust - und die Haare sind zerzaust
maschiern wir immerzu, 2- 3 - 4 – niemals kommen wir zur Ruh.
Und sind wir endlich dann am Ziel – haben wir ein Glücksgefühl
Brüder lasst uns feiern, denn feiern ist schön.
Frohnaturn sind wir , musizieren dort und hier,
froh und mit viel Schwung, denn das erhält uns jung.
ob flotter Marsch, ob Potpourri, Langeweile gibt es nie,
Lust'gen Musikanten gehöret die Welt.
Hauptmann ist der Held, dirigiert uns durch die Welt.
Denn wir ziehen gern, in der Näh und in der Fern.
Dann sind wir alle voll dabei, spielen fröhlich, froh und frei,
Brüder lasst uns saufen, die Welt ist so -schön.
Schützenfest bei uns, da geht's immer richtig rund.
Alle sind dabei, saufen bis nachts um drei.
Und wenn die Musik nicht mehr spielt, singen wir das alte Lied.
Brüder lasst uns saufen, die Welt ist so schön.
Bankeinsitzen
Aus den Reihen der zweiten Kompanie stammten immer wieder auch Obristen der St. Sebastian Bruderschaft: z. B. Willi Münster, Werner Münster und Ferdi Freitag. Sollten sich die Statuten der Bruderschaft nicht ändern, werden der Schütze Fritz Hölscher im Jahr 2012 und der Unteroffizier Bernd Gödde im Jahr 2013 diese Tradition fortsetzen.
Besonders das Jahr 1994 bleibt dabei in besonderer Erinnerung, weil unser damaliger Hauptmann gleichzeitig auch Oberst war. Am Samstag des Sebastiöner Schützenfestes versammelten sich deshalb alle Schützen der zweiten Kompanie in Uniform beim damaligen Hauptfeldwebel Willi Münster. Begleitet von einer Musikkapelle marschierten wir mit Marschmusik zur Stadthalle, um dort unser Geschenk, eine Bank für den neu angelegten Hauptmannsgarten, zu überreichen. Dieser war so überrascht und erfreut, dass er fortan jährlich alle Unteroffiziere mit ihren Partnerinnen und dem jeweils besten Schützen des Kompanieschießens kurz vor Schützenfest zu einem Gartenfest einlud. Schnell war auch eine Name für dieses Fest gefunden: Das berühmt berüchtigte „Bankeinsitzen“.
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